traum selbstversorger

Wie werde ich Selbstversorger in kleinen Schritten

Neue Gärtnerjobwelt

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Meine neuen Kollegen sind Brennessel und Borretsch. Sie passen im 400qm großen Gewächshaus auf die Tomaten, Auberginen und Stangenbohnen auf, um die auch ich mich gerade ein bisschen kümmern darf. Die Bio-Gärtnerin Irmi lässt mich in nächster Zeit etwas über ihre Schulter schauen.


Mein erster Tag beginnt am Pflanztisch. Wirsing pikieren steht auf dem Plan. Das bedeutet: Kleine Quickpotts auf richtige Weise mit Humuserde füllen, zarte Wirsingpflanzen aus der Saatschale mit dem Pikierstab lösen und in die Erde der Quickpotts einsetzen. Gar nicht so einfach, wenn die Wurzeln lang und das Loch klein ist. Ich konzentriere mich. Die Mischung aus meditativer Monotonie und der Freude an dem zarten Grün, das durch meine Hände gleitet, hat eine wohltuende Wirkung auf mich. Nach ein paar Stunden sind 280 Wirsingpflänzchen eingetopft, ich bin ein wenig stolz und eine Blase vom Pikierstab platzt an meinem Zeigefinger.
Zweiter Tag: Tomaten aufhängen! Die Tomatenpflanzen im Gewächshaus sind schon recht ordentlich groß und brauchen dringend eine Rankgelegenheit. Ein riesiges Knäuel mit Schnur und ein schlachtermäßiges Messer sind meine Gehilfen. Schnur am Stengel leicht festknoten, hochziehen und an einem Drahtseil in 2m Höhe festmachen. Die Gewächshaus-Halle mit ihrem lebenden Grün zieht mich in ihren Bann. Meine Finger werden gelb vom Tomatenstaub, die zurechtgeschnittenen Schnüre baumeln um meinen Hals. Ich kann nicht anders und singe leise vor mich hin.

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Dritter Tag: Irmi muss auf den Markt. Ich soll die Pflanzen im Gewächshaus gießen und nebenbei den kleinen Bio-Gemüseladen hüten. Der Schlauch hat eine große Handbrause und beides ist schwer zu jonglieren, wenn man aufpassen muss, mit dem Schlauch keine Pflanze zu erschlagen, keinen Topf umzuschmeißen oder hineinzutreten und Tomaten beispielsweise kein Wasser von oben mögen. Ich sehe aus wie ein Maulwurf, der sich im Regen einen neuen Tunnel gegraben hat, als die erste Kundin kommt. Der Joghurt ist nicht ausgezeichnet, was kostet der nur? Die Kundin winkt ab und sagt: „Ach, ich komme morgen eh nochmal vorbei und sage der Irmi, dass ich einen Joghurt hatte.“ Gut, so machen wir es. Als sie geht, kommt ein kleiner Vogel durch die Hintertür in den Laden geflogen und setzt sich aufs Regal. Ach, wie wohltuend ein Arbeitsplatz sein kann, denke ich.

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