traum selbstversorger

Wie werde ich Selbstversorger in kleinen Schritten

Der Traum

Der Tau auf der Wiese beginnt mit den ersten Sonnenstrahlen zu glitzern. Die Berge am Horizont strecken ihre Silhouette in die verzauberte Morgendämmerung. Um den hölzernen Gartenzaun rankt sich die Kapuzinerkresse. Der wohlige Duft des späten Frühlings strömt vom blühenden Holunder in unsere Nasen. In der Ferne beschützen der Weißdorn und die Beerensträucher unser kleines Paradies.

Die stattliche Engelwurz begrüßt uns am Gartentürchen. Ihre kräftigen, rötlich angelaufenen Stängel sind von ausladenden Blättern umgeben. Ihre weißen Doldenblüten sind fein und verspielt. Sie zeigt uns, was wir für den Tag heute brauchen: Stärke im Rückgrat und dem Herzen, Feinheit in den Gedanken und verspielte Schönheit in unserer Vorstellungskraft.

Vegetarische Selbstversorgung mit Tieren

Die Ziegen und Hühner rufen uns. Wir wollen kein Fleisch von ihnen, nur ihren Mist für unseren Gemüsegarten und die Erhaltung ihrer bedrohten Nutztierrasse. Wir bringen sie heute auf ihre neue Weide. Unsere Wurmfarm gedeiht prächtig. Die Würmer essen unsere Küchenabfälle und produzieren guten Dünger für den Garten. Der Stall für unsere drei Schweine ist fast fertig, eine mit Holz abgestützte Erdhöhle. Frida, Suse und Biggy graben für uns das Beet um, in dem wir nächstes Jahr Medizinpflanzen anbauen. Unser Bienenvolk bestäubt unsere Apfel- und Quittenbäume. Ihr Honig schmeckt wunderbar, vielleicht auch, weil wir ihn selbst schleudern. Die Alpakas sehen zufrieden aus. Bald müssen sie geschoren werden und wir fragen uns, wie wir das anstellen sollen und welches Spinnrad für die Verarbeitung der Wolle am besten ist. Ob wir auch Flachs anbauen sollen, um das alte Handwerk der Naturfaser-Herstellung zu erlernen?

Biologischer Gemüse- und Kräuteranbau

Im Kräuter- und Gemüsegarten wartet viel Arbeit auf uns. Die Beete wollen aufgelockert und mit verkompostiertem Mist für die beginnende Pflanzsaison versorgt werden. Der Rosenkohl hat den Winter überlebt und schenkt uns noch eine Mahlzeit. Im Gewächshaus sind die ersten Samen des Sommergemüses ausgesät. Wir schauen in unserem Gartenplan nach, welches Gemüse letzten Sommer und Herbst auf welchem Beet stand. Durch die passende Nachfrucht können wir Krankheiten minimieren und den Ertrag hoffentlich ein wenig steigern. Den aktuellen Gartenplan machen wir dann heute Abend. Wir wissen noch nicht auswendig, welche Gemüsesorten gut miteinander harmonieren und müssen in unseren Büchern über Mischkultur nachschlagen.

Das große Ganze der Selbstversorgung

Was wir aus unserem biologischen Garten ernten, essen wir und machen es für den Winter haltbar. Wir legen Gurken in Essig ein, machen Marmelade, kochen Tomaten ein und lagern Wurzelgemüse in Sandkisten. Unser selbst gebauter Erdkeller mit simpler Rohrbelüftung ist unser ganzer Stolz. Hier unter der Erde bleibt alles lange frisch, auch ohne Kühlschrank. Wir könnten uns über unseren Energieverbrauch und die Nachhaltigkeit noch viel mehr Gedanken machen.

Immerhin erwärmt die Solaranlage bereits das Wasser und ein Gewächshaus an der Hauswand fängt die Sonnenwärme im Winter für unser Haus mit ein. Das Kompostklo ohne Wasserspülung spart kostbares Nass. Das Grauwasser-System fängt Dusch- und Spülwasser auf, das wir zum Gießen verwenden können. Da wir unsere Waschmittel, Cremes und Seifen selbst herstellen, haben wir kein Problem mit industriellen Zusatzstoffen wie Hormonen und Microplastik. Der Anfang eines ökologischen Versorgungskreislaufes – in dem alles seinen Platz hat und wiederverwertet wird – steht schon einmal. Aber mit der Zeit, die wir in unserem Paradies verbringen, wachsen neue Ideen… [Traumende]

Manchmal fragen wir uns, warum uns dieser Traum des Selbstversorger-Lebens so wichtig ist. Es geht uns darum, mit der Natur zu leben, nicht gegen sie. Wir wollen die Natur und ihre Geschöpfe ehren und pflegen. Wir möchten gesund leben und wissen, was wir essen. Wir möchten möglichst unabhängig sein, vom Supermarkt, von Konzernen, von der Industrie. Wir möchten in einer Welt leben, in der nicht der Konkurrenzgedanke und die Angst herrschen, sondern die Gemeinschaft und das Vertrauen.

Wir sind nicht naiv und wissen, dass wir die Welt nicht ändern können. Wir sind aber auch überzeugt genug, um nach einer Alternative zu suchen, die unserem Planeten weniger schadet. Wir glauben, wenn viele Menschen ihre Träume von einem besseren Leben umzusetzen versuchen, ändert sich die Welt. Bis dahin bauen wir an unserem kleinen Paradies.

In der Realität haben wir einen Gemüsegarten, einen Kräutergarten, eine Wurmfarm, einen Komposthaufen und zwei Hunde. Wir experimentieren mit allen Themen, die unseren Traum ausmachen.

Dabei stoßen wir auf vielerlei Hindernisse und auf wunderbare Erfahrungen, wie ihr in unserem Beitrag „Von Traum und Realität der Selbstversorgung“ nachlesen könnt.

 

Unser Paradies, so wie wir es hier beschreiben, gibt es noch nicht. Wir sind auf dem Weg, unseren Traum zu verwirklichen.

Wir suchen Menschen, die ähnliche Träume haben und sich auf diesem Blog austauschen wollen – oder alte Hasen, die es gut mit uns meinen und einen Tipp geben. Was ist euer Traum von einem guten Leben in einer turbulenten Zeit?

Wir freuen uns auf Euch!

Kirsten und Patrick

6 Kommentare zu “Der Traum

  1. Hey ihr zwei, toll was ihr schon gemacht habt und noch alles vor habt. Ich hoffe ich kann manches abschauen und dazu lernen.
    Herzliche Grüße Ann-Sophie

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  2. Hi, ich weiß nicht, ob ihr Lust habt mitzumachen, aber euer Blog ist definitiv lesenswert, daher habe ich Euch zum „One lovely Blog Award nominiert“. LG!

    Gefällt 1 Person

  3. Zum Selbstversorgen würde ich euch vorschlagen auch euer Brot selbst zu backen. Vielleicht auch manchmal mit Vollkornmehlen. Schaut doch mal in meinen Blog. Ich würde mich freuen.
    Lieben Gruß von Ulla

    Gefällt 1 Person

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